Familie Honold

... aus der Haseldorfer Marsch

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Mailand 2010

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Wochenende in Mailand zu Zweit - Samstag, 26.06.2010

Heute wollten wir den Dom von innen besichtigen und ein wenig die Innenstadt durchstreifen, der Samstag bietet sich offenbar dafür an, weil wesentlich weniger Verkehr ist weil der Berufsverkehr wegfällt. Wer nicht so viel laufen mag, dem stehen U- und Strassenbahnen zur Verfügung, mit denen man in kurzen Abständen überall hinkommt in einem gut ausgebauten Netz. Teuer ist das auch nicht, man bekommt ein 24-Stunden-Ticket für 3€, erhältlich in vielen Zeitschriften-Kiosks oder Tabakwaren-Läden. An größeren Stationen gibt es auch Ticketschalter. Von der Preisgestaltung könnte man sich hierzulande mal eine Scheibe abschneiden, dann würden in meinen Augen die Öffis auch wesentlich besser genutzt.

Den Weg in die Innenstadt machen wir aber auch heute morgen wieder zu Fuß, diesmal über eine andere Route durch 3 große Einkaufsstrassen (Corso Buenos Aires, Corso Venezia und die Fussgängerzone Corso Vittorio Emanuele II.


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Auch auf dieser Strecke kommt man an den ganzen üblichen Verdächtigen vorbei, alleine 3 große Hilfiger-Läden, Armani, Nike-Store, Levis's usw. - Preisniveau teilweise unter Deutschland, meist aber ziemlich gleich. Außerdem kommt man an jeder Menge alter Häuser vorbei, teilweise gepflegt, teilweise sehr ungepflegt. Was bei der Achitektur auffällt: Selbst bei großen, alten und offenbar wertvollen Gebäuden wird an der Außenfassade quasi nie "geprotzt" bzw. mit viel Verzierungen, Fresken, Statuen gearbeitet, ganz anders als z. B. in Frankreich oder Österreich - alles eher schlicht gehalten.

 Palazzo Castiglioni

Coso Venezia

 

Nachdem wir dann in der Fussgängerzone in dem ein oder anderen Geschäft etwas gestöbert und ein paar Klamotten (vor allem auch für die Kids) gekauft haben (war ja schließlich ein Geburtstagsgeschenk für meine Frau, da musste ich dann wohl auch das mal über mich ergehen lassen....;-)) sind wir dann in den Dom gegangen, wo gerade eine Messe stattfand. Allerdings konnte man trotzdem rundherum besichtigen, die Gottesdienst-Besucher waren durch halbhohe Scheiben abgetrennt. Im Innenraum ist der Dom zwar auch beeindruckend, schon durch die lichte Höhe des Gebäudes, aber weit weniger Prunkvoll als von uns erwartet.

 Duomo innen

Duomo Messe

 

Anschließend sind wir mit dem Fahrstuhl auf den Dom ganz nach oben auf das Dach gefahren - das kostet immerhin 8€ pro Person, sollte man aber unebdingt mitnehmen denn dicht nur die Architektur sondern auch der Ausblick über Mailand bis hin in die Lombardei ist wirklich sehenswert. Der Andrang ist recht groß, aber es geht in der Schlange auch zügig vorwärts - außer wenn einem etwas wie bei uns passiert: Wir stehen in der Schlange vor dem Fahrstuhl und wären die Nächsten die mit hochkommen. Auf einmal Lalü-Lala: Ein Rettungswagen mit Rettungssanitätern fährt vor, alle springen mit voller Ausrüstung aus dem Wagen und drängeln sich vorbei zum Aufzug. Gleich noch einmal Lalü-Lala und auch noch ein Feuerwehr-Auto trifft ein, auch davon ein paar Leute in voller Ausrüstung zum Fahrstuhl. Man einigt sich welche 7 Leute jetzt mit hochfahren und ab geht's. Mit dem nächsten Fahrstuhl dürfen auch wir dann hochfahren - wie sich herausstellt ist dort oben eine ältere Dame zusammengebrochen, die jetzt mit Rettungsbahre wie von der Bergwacht nach unten gebracht wird. Eine der Rettungssanitäterinnen scheint auch etwas angeschlagen zu sein, die wird von 2 der Feuerwehrmänner nach unten geleitet.....

 Duomo Dach

Duomo Dach

 

Eigentlich hätten wir ja auch gerne noch das berühmte, frisch renovierte Gemälde "Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci in der Kirche Santa Maria delle Grazie besichtigt, was zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und nur unter recht strengen Bedingungen besichtigt werden kann. Leider waren zum Zeitpunkt meiner Buchungen für Mailand schon alle Termine ausgebucht, das ist wohl 2-3 Monate im Voraus (je nach Termin) der Regelfall. Im Nachhinein habe ich mich geärgert weil ich nicht intensiver gesucht habe, weil es (wenn auch recht teure) Stadttouren mit garantierter Besichtigung des Abendmahls und auch Führung durch das Innere der Scala gibt. Diese waren aber für unsere Tage auch schon ausgebucht als ich darauf gekommen bin :-(

Was wir uns aber in der Nähe des Doms noch auf Anraten unseres Reiseführers angeschaut haben ist der Feinkostladen Peck (http://www.peck.it/) Alles andere als preiswert um dort einzukaufen (wie man auch im Online-Shop sehen kann) aber absolut sehenswert um da einmal durchzubummeln, zu stöbern und die verschiedensten Düfte aller möglichen Köstlichkeiten zu schnuppern.
Anschließend ging es erstmal per U-Bahn zurück zum Hotel um eine Pause einzulegen und uns frisch zu machen. Am späten Nachmittag sind wir dann mit der U-Bahn in einen entfernteren Stadteil, den Navigli, gefahren, ebenfalls ein Tipp unseres Reiseführers. Dieser Stadtteil hat seinen Namen von den kleinen und großen Kanälen an deren Planung schon Da Vinci mitgewirkt hat. Früher waren diese Kanäle Wasserwege zum Trannsport, u. a. der Marmorblöcke für den Bau des Doms. An den Kanälen wohnten früher die Arbeiter, heute hat sich das zu einer Art "In-Viertel" gewandelt (ähnlich wie Ottensen in Hamburg) wo sich viele kleine Läden von Kreativen, Künstlerateliers, Kneipen usw. angesiedelt haben. (http://www.milano24ore.de/sehenswuerdigkeiten/naviglio/index.php)

 Navigli

Navigli

 

Bei schönem Wetter stellen die Restaurants ihre Tische und Stühle auf die Straße und man kann dort inmitten der flanierenden Menge gut und gemütlich essen und dabei gleich "people watching" betreiben. Wir suchten uns ein ansprechendes kleines Lokal aus und haben erst köstliches Bruschetta vorweg, dann ganz frische und hervorragend schmeckende Pasta (Frauke Spaghetti mit Cherry Tomaten und ich Penne mit Scampi) und anschließend hausgemachtem Nachtisch zu uns genommen, um anschließend pappsatt gemütlich wieder gen Hotel zu gondeln und den Tag ausklingen zu lassen.

Ristorante

Ristorante

Übrigens: Alle Bilder sind in der Galerie zu finden: http://www.honolds.de/gallery/Milano/ Sehr viele und besonders gute sind es nicht, da ich nur die kleine Coolpix und nicht die DSLR mit hatte - bei so einer Städtetour habe ich wenig Muße richtig zu fotografieren, da habe ich die Bilder im Kopf ;-)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 29. Juni 2010 um 17:42 Uhr